In den frühen Morgenstunden des 28. April wurden 157 Unternehmen, die sich am sogenannten Töchtertag, der am 23. April stattgefunden hat, beteiligt haben, von der Neuen Männerpartei Österreichs angeschrieben. (3 oder 4 Unternehmen besaßen keine Homepage und wurden auch bis jetzt von uns noch nicht schriftlich kontaktiert.)
Bis zum jetzigen Zeitpunkt erhielten wir 4 Reaktionen und zwar von Radio Orange, der Post, der Universität Wien und einer Frau Baldass, die ich momenatan keiner Firma zuordnen kann.
Hoffnung macht alleine die Zuschrift von Udo Israel, der für den Sender Radio Orange antwortete:
ich möchte auf ihren aufruf antworten. ich persönlich halte den
töchtertag für außerordentlich sinnvoll. und ich weiß, dass am gleichen
tag auch ein boy’s day stattfindet, den ich genauso wichtig finde.
sowohl buben wie auch mädels haben ein recht auf individuelle betreuung
und ausbildung - in gemeinsamen veranstaltungen wie auch in separierten.
leider konnten wir in diesem jahr am boy’s day noch nicht teilnehmen.
sie können sich vorstellen, dass der finanzielle und personelle aufwand
für ein so kleines unternehmen wie das unsrige nicht einfach zu
bewältigen ist. für das kommende jahr haben wir aber fest geplant auch
hier aktiv zu werden. (im übrigen haben wir eine ganze reihe von
angeboten, die sich ausschließlich an buben wendet.)
ich würde mir wünschen, dass sie zu diesem anlass mit einem eigenen
angebot aktiv werden. vielleicht können sie ja auch konkrete
unterstützung bei der durchführung des boy’s day 2010 anbieten. zu einer
entsprechenden ausschreibung machen wir gern ein konkretes angebot.
mit freundlichen grüßen
mag udo israel
–
Udo Israel
Aus- und Weiterbildung / Training
ORANGE 94.0
Verein Freies Radio Wien
A-1200 Wien, Klosterneuburger Straße 1
TEL +43 - 1 319 09 99 - 17
FAX +43 - 1 319 09 99 - 14
E-MAIL schulung@o94.at
WEB o94.at
UKW 94.0
UPC 92.7 Telekabel
WAP wap.o94.at
Dazu ist zu sagen, daß sich die Neue Männerpartei Österreichs selbstverständlich gegen Sexismus in jedweder Form, vorallem an den Schulen, ausspricht und für geschlechtsneutrale Berufsinformation eintritt. Mädchen dazu zu motivieren, für sie untypische Berufe zu wählen, wird sicherlich nicht damit gelingen, ihre männlichen Klassenkameraden auszugrenzen. Der sogenannten “boys-day” kann nach unserem Erachtens nach höchstens als “Feigenblatt-Aktion” gewertet werden, weil der finanzielle und organisatorische Aufwand dafür in keinem Verhältnis zu dem “Töchtertag” steht!
Das nächste Antwortschreiben, das wir erhielten, stammte von der Post:
In Anbetracht ihres Schreiben zum Töchtertag, hab ich mich gefragt, wie groß muss die Sorge einiger weniger Männer sein, die in einem Töchtertag etwas anderes sehen, als die Möglichkeit für Mädchen in technische Berufe Einblick zu bekommen. Mädchen lernen dadurch Bereiche im Berufsleben kennen, die bisher hauptsächlich Männer
vorbehalten waren, das erklärt auch warum “Töchtertag” und nicht “Jungentag”. Es kann doch in der heutigen Zeit nur begrüßt werden, wenn Frauen ihre Kompetenz, Einsatzbereitschaft, Empathie und vieles mehr in die Berufswelt einbringen. Wenn männliche Schüler in ihren Leistungen tatsächlich schwächer werden, sollte der
Ansatz in anderen Bereichen gesucht werden. Jeder ist doch für seine Leistungen selbst verantwortlich. Würde ihre Theorie stimmen, dürften Frauen nie hervorragende Leistungen erbringen und erbracht haben, denn Diskriminierung haben Frauen über Jahrtausende erfahren. Menschenverachtung kann nur darin liegen, Menschen in ihrem
Sein und Tun nicht zu akzeptieren und anzunehmen. Jeder sollte die gleichen Chancen haben! Ich hoffe, dass meine Zeilen sie ein wenig zum Nachdenken gebracht haben und sie sich um Diskriminierung bezüglich dem Töchtertag weniger Sorgen müssen. Es ist
mir leider nicht bekannt ob es einen Jungentag für typische Frauenberufe gibt, das wäre doch eine Möglichkeit für die neue Männerpartei Österreichs, einen Anstoß im positiven Sinne zu geben.
Mit freundlichen Grüßen
Annemarie Rochel, KOK
Tel.: 0181114/88919
Fax: 018111499/88919
E-Mail: annemarie.rochel@wien.gv.at
Wie die Dame annehmen kann, daß technische Berufe bisher hauptsächlich Männern “vorbehalten” seien, ist uns auch nach eingehender Recherche nicht erklärlich! Faktum ist jedenfalls, daß sich Mädchen für technische Berufe eben nicht interessieren und daran wird diese Sexisten-Aktion sicherlich nichts ändern, vielmehr sollen auch die (wenigen) Burschen, die an eine technische Berufswahl denken, demotiviert werden, obwohl sowohl Privatwirtschaft als auch der öffentliche Sektor dringend Facharbeiter (und auch: “-innen”) benötigen! Wie man in so einer Situation die eher interessierte Hälfte der Schüler diskriminieren und auschließen kann, ist uns allen ein Rätsel!
Das nächste Schreiben erhielt ich von der Uni Wien:
Da mir Ihre Mail zum Töchter - Tag unter gekommen ist, wollte ich Ihnen mitteilen, dass es auch (und zwar sogar am selben Tag) Veranstaltungen für Burschen gab!
http://www.boysday.at/
Übrigens: Meiner Erfahrung nach kämpfen die meisten FeministInnen (ja, es gibt auch Männer unter ihnen) für Gleichberechtigung und nicht für die Unterdrückung der Männer!
Seriöserweise müssten Sie jetzt Ihrer ersten Mail eine zweite an dieselbe Adressenliste folgen lassen, die diesen Irrtum richtig stellt…
Mit feministischen Grüßen, Katharina Beclin
Ass.-Prof.in Mag. ra Dr.in Katharina Beclin
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien
Institut für Strafrecht und Kriminologie
Abteilung für Kriminologie
A-1010 Wien, Schenkenstraße 8-10 / 2. Stock / Zimmer 43
Tel.: +43 1 4277 - 346 24
Fax: +43 1 4277 - 9 346
www.univie.ac.at/kriminologie
katharina.beclin@univie.ac.at
Wieder wird das Feigenblatt des sogenannten “boys-day” bemüht, als ob es sich dabei um eine gleichwertige Unternehmung handeln würde. In dem Antwortschreiben auf dieses Mail stellte die Neue Männerpartei Österreichs klar, daß es keinen Sinn macht, Mädchen und Burschen in sexistischer Weise zu separieren.
Schließlich erhielten wir zum Abschluß auch noch folgendes Mail:
Es ist mir ein dringendes Anliegen auf dieses Mail zu antworten, weil: was soll denn das heißen?
Ist Ihnen klar, dass Sie sich dafür aussprechen Frauen nicht zu fördern, weil Männer dann ihre gesellschaftliche Vormachtstellung verlieren würden?
Und die bewusste - wissenschaftlich von allen Disziplinen bestätigte, auch von solchen ohne kritischen, gesellschaftsverändernden Anspruch wie Wirtschaft - Förderung von Mädchen steht ja wohl keiner Förderung von Jungen im Weg!?
Dass die Schulen reformiert werden müssen ist ja wohl eine allgemein bekannte Tatsache, und dass die Leistung von Jungen wegen der Förderung von Mädchen nachließe ist ja wohl eine Behauptung, die Sie in keinster Weise beweisen könnten, und die einfach nur lächerlich ist!
Überhaupt ist Ihr Mail ein Dokument erbärmlichen Unverständnisses und peinlicher Unfähigkeit gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen und zu deuten, ganz abgesehen von dem deutlichen
Mangel an allgemein zugänglichem Wissen. Beruhigend ist allein die Tatsache, dass kein halbwegs vernünftiger Mensch dies Ernst nehmen
kann, und Sie sich erfolgreich selbst diskreditiert haben.
In diesem Sinne - auf Nimmerwiedersehen!
Tamima Baldass
Worin die angebliche “gesellschaftliche Vormachtstellung” von uns Männern eigentlich besteht, ist aus dem Schreiben nicht zu erkennen. Ich jedenfalls habe der Dame einmal einen kleinen Auszug aus verschiedenen Tatsachen geliefert: Wehrpflicht, ungleiches Pensionsalter, Genitalverstümmelung, Benachteiligung im Scheidungsrecht, usw. usf.
Selbstverständlich läßt es sich beweisen, daß die Leistung von Jungen in den Schulen nach läßt: http://www.bmbf.de/pub/Bildungsmisserfolg.pdf
Aber Tatsachenbeweise hat das Matriachat ja noch nie gekümmert…